Freitag
Heute mal kurz und bündig (für die männlichen Leser)
8: 00 Uhr Aufgestanden, Blogs gelesen
Frühstück
Schwedisch gelernt
Sachen zusammengepackt, losgegangen
(zugegeben, das Foto stammt von einem anderen Tag)
11.30-17.30 Uhr im Garten meiner Eltern für Uni gearbeitet (auf der Veranda des Gartenhäuschens, schön schattig!)
zwischendurch mit Lisa, Mama und Eva gequatscht
nach hause gefahren, geduscht, umgezogen
19:00 mit Zak in Barmbek getroffen, ins MHC gefahren
gegessen, getrunken und über Marcels Dance- und Fotografiersucht amüsiert
zur Alster gelaufen, Restfeuerwerk angeguckt
(einfach mal gemopst , das Bild: Ich und Marcel, fotografiert von Zak)
noch mal zurück ins MHC
00:10 Uhr mit der Bahn nach hause gefahren (hups, das war ja gar nicht mehr Freitag! Aber fast :-)
Teil 2
Ich mochte zwar das eine Kleid, das mir bei Lilly gut gefallen hatte, aber ich war mir halt noch nicht sicher. Am Samstag nach dem Kleidergucken schickte Moni mir einen link zu dem Laden, wo sie und Kathi damals ihre Kleider gekauft hatten. Sie meinte, die homepage sähe zwar etwas altbacken aus, aber die Beratung sei damals sehr nett gewesen und die Preise waren auch sehr gut. Da Merit zum Glück genauso enthusiastisch war wie ich und am Montag frei hatte, haben wir uns dann auf nach Linau gemacht. Ein wirklich kleines Dorf ca. 30 Minuten vor Hamburg. Gar nicht so einfach zu finden!
Als wir dann auf dem Parkplatz standen, fiel mir folgendes Schild auf: “Liebe Kunden, wir sind gar nicht so klein, wie es aussieht. Kommen Sie herein, wir haben eine große Auswahl!”. Das Schild war nötig, denn von vorn sieht das Ganze wirklich recht klein und auch ein bisschen unheimlich aus, zumindest für Leute in unserem Alter ;-) Der Laden selbst ist wie ein Labyrinth: Treppe rauf, Treppe runter, nach links, nach rechts und irgendwann standen wir dann tatsächlich vor den Brautkleidern. Anders als bei Lilly wurden wir aufgefordert, erst mal selber zu gucken. Wir suchten dann drei oder vier Kleider aus, die ich mal anprobieren sollte. Die Verkäuferin war sehr, sehr nett, etwas älter und irgendwie schon fast mütterlich. Ich fühlte mich bei ihr gleich viel besser aufgehoben als bei der anderen. Erst einmal bot sie uns Kaffee und Wasser an und während sie das holte, konnten wir die Fotos bewundern, die an die Wände gepinnt waren. Mindestens seit Anfang der 80er haben wohl Paare ihre Portraitfotos an den Laden geschickt! Sehr lustig :-)
Ich habe dann die Kleider anprobiert und alle waren schöner, als die, die ich bei Lily probiert hatte. Das sah Merit auch so. Und dann zog ich eins an und dachte nur: super! Ich kam raus, stieg auf den obligatorischen Holzsockel und strahlte. Merit gefiel es auch sofort. Sie meinte, es würde absolut mein Kleid sein. Als ich es dann noch mit einem Schleier anprobierte, war ich völlig hin und weg. Noch dazu schien plötzlich die Sonne durchs Fenster (oder wenigstens habe ich es mir in meiner Erinnerung so abgespeichert). Wir waren uns beide sofort sicher, dass dieses Kleid auf jeden Fall viel schöner war, als das, welches ich am Freitag zuvor anhatte. Noch dazu war es gut 100 Euro günstiger! Perfekt. Leider durfte man allerdings keine Fotos machen, solange man das Kleid noch nicht gekauft hatte. Und als ich fragte, bis wann ich mich entscheiden müsste, hieß es: “Bis morgen.” Ohje. Ich wollte das auf keinen Fall mal eben so alleine entscheiden, sondern wollte, dass Mama und Anne ihr OK geben würden.
Also sind wir am nächsten Tag zu viert (Lisa ist auch noch mitgekommen) nochmal nach Linau gefahren. Die drei (die durchaus unterschiedlich sind, was Alter und Geschmack angeht) waren alle begeistert. Zum Glück! Zwar musste das Kleid laut Aussage von Anne und der Schneiderin noch ziemlich geändert werden (weil ich irgendwie krumm bin, oder so), aber mir wurde von allen gesagt, das wäre mein Kleid, Daniel würde mich darin bestimmt schön finden und ich solle es bloß kaufen! Gesagt, getan. Auf den Bildern, die wir dann machen durften, habe ich einen hochroten Kopf vor Aufregung. Der Sekt, den wir anschließend bekamen, hat auch nicht geholfen :-) Insgesamt habe ich also nicht lange gesucht. Aber ich denke, ich habe auf jeden Fall das richtige Kleid für mich gefunden. Und am Mittwoch darf ich es endlich wieder anziehen! Hoffentlich gefällt es mir da noch ;-)
I am excited!
…Denn am Mittwoch werde ich endlich mein Brautkleid anziehen! Nein, wir haben nicht heimlich den Termin mehrere Monate nach vorne geschoben :-) Aber nachdem ich das Kleid schon im Januar mit tatkräftiger Hilfe von Eva, Merit, Lisa und Mama ausgewählt hatte, und ich am Samstag Merit stundenlang durch die City geschleppt hatte, um Schuhe zu finden, werd ich am Mittwoch mit Mama und Anne nach Linau fahren, um das Kleid zur Änderung abstecken zu lassen. Und ich bin schon ganz aufgeregt, schließlich ist es schon über vier Monate her, dass ich es das letzte Mal in echt gesehen und angezogen hab.
Hier eine kleine (sprich: sehr lange, bilderlose) Zusammenfassung meiner persönlichen Brautkleid-kauf-Geschichte. Aus offensichtlichen Gründen kann ich das Ganze nicht mit authentischen Fotos illustrieren, denn wir haben uns entschieden, dass Daniel mich in dem Kleid ganz traditionell erst am Tag der Hochzeit sehen wird. Was einerseits cool ist, andererseits auch etwas gewöhnungsbedürftig. Denn normalerweise zeige ich ihm gleich nach meinen Einkäufen, was ich gekauft habe und frage ihn, was er davon hält. Ich vertraue seinem Geschmack und er hat eine ehrliche und liebe Art mir zu sagen, was mir seiner Meinung nach steht oder halt nicht. Nun habe ich das teuerste Kleidungsstück ausgesucht, das ich bis dato getragen habe und kann ihn nicht fragen, wie er es findet! Aber da mir von meinen Shoppingberaterinnen zugesichert wurde, dass ich mir da keine Sorgen machen muss, ist es ok :-) Auch wenn Daniel manchmal pseudo-rumjammert, dass ja ALLE schon wüssten, wie es aussieht, NUR ER nicht. Tja.
Ich habe mich schon sehr rechtzeitig auf zum Brautkleidkauf gemacht. Nämlich Anfang-Mitte Januar. Grund war, dass wir bereits drei Monate verlobt waren und ich endlich mal was richtig hochzeitmäßiges machen wollte :-) Und dass ich zu der Zeit Stress mit der Uni hatte und irgendwas Schönes zum Ablenken brauchte. Also habe ich Merit und Eva gefragt, ob sie Lust hätten, mitzukommen. Hatten sie. Seltsam ;-) Erster Laden auf unserer Liste war Lilly-Brautmoden in der Innenstadt. Es war schon ein komisches Gefühl, in einen Brautkleidladen zu gehen und zu sagen: Ich möchte ein Hochzeitskleid kaufen. Huh. Denn ich gestehe: Ich bin jemand, die grundsätzlich weiß, wo im Umkreis von 20 Kilometern Brautkleiderläden zu finden sind. Und welche Kleider gerade im Schaufenster ausgestellt sind. Seit Jahren. Nun tatsächlich selbst so einen Laden als potenzieller Kunde zu betreten war aufregend. Und ein bisschen komisch.
Nun, ich probierte dann viele Kleider an. Und viele waren auch schön, aber nur bei einem konnte ich mir ein bisschen vorstellen, dass es tatsächlich meins sein könnte. Kurz zusammengefasst: Ich hatte länger von einem Kleid mit stoffbezogenen Knöpfen im Rücken geträumt (ein bisschen so wie der Rücken des Brautkleids in dem link). Lilly Brautmoden hatte nur Kleider, die im Rücken geschnürt wurden. Eigentlich überhaupt nicht der look, den ich wollte. Aber die Verkäuferin meinte: “Bei ihrer Figur (relativ viel Oberweite, relativ schmale Taille) geht das nur so.” Achso. Ungewohnt war auch, nahezu nackt mit einer fremden Frau in einer Umkleidekabine zu stehen, die einem beim Anziehen helfen musste. Es war nicht schlimm, nur ungewohnt. Eigentlich war es sogar ganz cool, jemanden zu haben, der einen anzog :-) Dann wollte ich auf keinen Fall ein Kleid ohne Träger. Die Verkäuferin hat mir dann trotzdem eins zum Anziehen gegeben. Es war sehr schön, aber ich wusste von meinem Abiball, dass ich mich unsicher fühlen würde. Ich habe sehr viele Kleider anprobiert und es gab immer Details, die ich nicht gut fand. Zum Beispiel, dass das Kleid am Oberteil vorne wunderschön mit Spitze und Perlen verziert war, ab der Seitennaht hinten aber einfach nur glatter, weißer Stoff. Es wirkte, als wären zwei unterschiedliche Kleider zusammengenäht worden.
Wenn ich endlich in einem Kleid war, durfte ich auf einen kleinen Holzsockel steigen und wir haben den Vorhang aufgezogen, damit Merit und Eva gucken konnten. Einmal war es sehr lustig: Ich hatte vor dem Betreten des Ladens noch gesagt, dass ich es schrecklich finde, wenn das Kleid zweiteilig ist (Rock und Korsage) und diese Korsage dann spitz nach unten zuläuft. Die Verkäuferin kam einmal an und meinte: “Ich hab hier noch eine zauberhafte Kombination”. Merit kicherte schon. Als ich dann fertig angezogen aus der Kabine kam, konnten die beiden das Lachen kaum unterdrücken. Denn genau so eine spitzzulaufende Korsage hatte ich nun an und genau so begeistert war wohl mein Gesichtsausdruck ;-) Die arme Verkäuferin! Sie fühlte sich wahrscheinlich ein bisschen veräppelt. Insgesamt war sie sehr geduldig und ließ mich etliche Kleider anprobieren. Andererseits hatte ich trotzdem das Gefühl, dass sie uns drei nicht richtig ernst nahm und etwas genervt war. Das war schade.
Aber trotzdem war es sehr aufregend. Ich war auch froh, dass Eva und Merit mit waren, besonders, weil Eva irgendwann fragte: “Können wir auch mal einen Schleier ausprobieren?” Mir war das vorher gar nicht richtig in den Sinn gekommen. Als ich dann aber einen anhatte, fühlte ich mich plötzlich richtig bräutlich :-) Ich hab wohl ziemlich dämlich gegrinst, und Merit meinte nur trocken: “Gefällt dir wohl” ;-) Überhaupt war es einfach spannend. Nach mehreren Stunden hatten wir dann ein Kleid in der engeren Auswahl und sind dann noch Kaffee trinken gegangen. Obwohl ich ja eigentlich schon aufgekratzt genug war… (mehr morgen)